Marat zeigt, dass die Fraktionen in Dawnwalker klare moralische Gewissheiten auf die Probe stellen. Man schließt sich der Rebellion nicht schon deshalb an, weil die Herrschenden Monster sind. Sie wird erst verfügbar, wenn Coens Verrufenheit eine bestimmte Schwelle erreicht. Hilfe kommt also zu einem Zeitpunkt, an dem die Öffentlichkeit den Protagonisten bereits für bedrohlich hält.
Dadurch wird Marat zu einer politischen Notwendigkeit und nicht einfach zum guten Gewissen des Widerstands.
| Rolle | Zugehörigkeit | Auftritt | Formabhängige Questbedingungen |
|---|---|---|---|
| Verbündeter | Rebellion | Etwa zur Mitte der Kampagne, bei rasch steigender Verrufenheit möglicherweise früher | Freischaltung des Widerstands bei hoher Verrufenheit, Einsätze in beiden Gestalten, Planung am Tag und riskante Aktionen in der Nacht |
Coens Ruf macht Marat wichtig
Die Quelle beschreibt Marat knapp als Anführer der Rebellion. Das Spielsystem ergänzt den entscheidenden Zusammenhang: Hohe Verrufenheit schaltet den Widerstand als Fraktion frei. Zusammengenommen ist Marat mehr als ein weiterer Verbündeter mit Namen. Er verkörpert eine der interessantesten Entscheidungen im Fraktionsdesign von Dawnwalker.
In vielen Rollenspielen können Figuren öffentlich Gewalt ausüben und anschließend einer organisierten Widerstandsbewegung beitreten, als wäre ihr Ruf makellos. Dawnwalker scheint hier weniger nachsichtig. Wenn der Weg zu Marat erst über Verrufenheit führt, haben die gesellschaftlich akzeptierten Möglichkeiten offenbar zuvor versagt. Erst wenn Coen genug Grenzen überschritten, genug Menschen erschreckt oder sich außerhalb der gewohnten Ordnung gestellt hat, wird die Rebellion zur Option.
Das macht Marat wichtig, noch bevor seine vollständigen Dialoge bekannt sind. Er ist nicht dazu da, Coen zu bestätigen. Seine Rolle zeigt, dass das Tal in eine düsterere Phase eingetreten ist.
Rebellion ist keine einfache Lösung
Marat könnte wie der Anführer des „guten Wegs“ gegenüber Brencis wirken. Doch eine Widerstandsbewegung, die mit einem halb verwandelten Vampir zusammenarbeitet, dessen öffentliche Gewalttaten seine Verrufenheit erhöht haben, dürfte kaum naiv sein. Sie muss taktisch und misstrauisch vorgehen und womöglich aus Notwendigkeit Kompromisse schließen.
Diese Spannung verbindet Marat mit dem System der Verrufenheit. Verrufenheit ist mehr als ein Strafwert. Sie bestimmt auch Coens Beziehungen in der Politik des Tals. Je sichtbarer und furchteinflößender er wird, desto stärker ist er auf Menschen angewiesen, die ohnehin außerhalb der offiziellen Ordnung handeln. Marat gibt dieser Logik ein Gesicht.
Auch zu Anca besteht eine klare Verbindung. Anca bringt gewachsenes Vertrauen mit, Marat ein gemeinsames politisches Ziel. Für den Weg der Rebellion braucht Coen beides.
Was für ein Anführer er sein muss
Da öffentliches Material zu Marat noch knapp ist, lässt sich seine Rolle vor allem aus dem Aufbau der Geschichte erschließen. Er muss Coen für nützlich halten können, ohne dessen Gefährlichkeit zu leugnen. Er braucht genug Pragmatismus, um einen belasteten Mitstreiter aufzunehmen, und genug Rückgrat, um nicht selbst wie Brencis zu handeln.
Das ist schwieriger, als es klingt. Eine Rebellion im pestgeplagten Val Sangora dürfte über wenig Mittel verfügen, im Verborgenen arbeiten und mit jedem Fehler ihre Existenz riskieren. Kommt ein Protagonist hinzu, der nachts buchstäblich zum Monster wird, ist Marats Aufgabe alles andere als romantisch. Er muss Risiken steuern, von denen Menschenleben abhängen.
Marats Platz auf der Karte
Marat dürfte vor allem dort wichtig werden, wo bewohnte Orte und verborgene Wege aufeinandertreffen: auf heimlichen Routen durch Svartrau, bei unauffälligen Bewegungen durch das Tal oder in Handlungsabschnitten, in denen die öffentliche Ordnung des Regimes schon versagt hat. Deshalb passt seine Seite besonders gut zu System- und Routenguides, auch wenn der Weg der Rebellion letztlich ebenfalls mit Coens Familiengeschichte und Lunka verbunden ist.