Brencis ist gefährlich, weil er Unterwerfung wie Rettung aussehen lassen kann.
Die Quelle skizziert seinen Werdegang: Er wurde 131 n. Chr. in Rom als Caeso Burrienus Laurentius geboren, stand kurz davor, Senator zu werden, wurde in einen Vampir verwandelt und von der Macht ausgeschlossen. Heute herrscht er über Val Sangora. Laut offiziellen Angaben glauben viele Bewohner, er habe das Tal „gerettet“. Diese Vorstellung ist der Kern seiner Herrschaft.
| Rolle | Zugehörigkeit | Auftritt | Formabhängige Questbedingungen |
|---|---|---|---|
| Antagonist | Vrakhiri | Einführung in Akt 1, umfassende Konfrontation vermutlich gegen Ende des Spiels | Zugang zur Burg, entscheidende Wendungen für die Fraktionen; Bedingungen für nächtliches Eindringen oder das letzte Duell vor der Veröffentlichung noch unbekannt |
Römischer Ehrgeiz in einem Tal der Karpaten
Brencis hat eine der stärksten Vorgeschichten aus dem bisher veröffentlichten Material. Sie erklärt seine Politik, ohne seine Persönlichkeit vollständig auszudeuten. Ein in Rom geborener Adliger, der beinahe ein Amt erlangte, diese Zukunft verlor und Jahrhunderte später als Vampirherrscher wieder auftauchte, dürfte in einem von der Pest heimgesuchten Tal eher eine Chance als eine Tragödie sehen.
Die offizielle Charakterseite macht das Bild genauer. Brencis kam nicht einfach nach Val Sangora, um sich in einer Burgruine niederzulassen. Er bezog Burg Greifberg oberhalb von Svartrau und überwacht von dort das Tal. Seine erhöhte Stellung ist sprechend: Er herrscht buchstäblich über der Stadt, in der Geld zu Gehorsam wird.
Brencis ist damit weit mehr als ein künftiger Endboss. Er verbindet die Pest, das Machtgefüge des Regimes, Coens Familienkrise und die Spielwelt selbst. Coen verkörpert die gespaltene Identität des Spiels, Brencis einen geschlossenen Herrschaftswillen. Alles, was er tut, scheint Chaos in Abhängigkeit verwandeln zu sollen.
Der Herrscher, der als Retter gelten will
Eine der stärksten offiziellen Aussagen über Brencis lautet, dass viele ihn für den Retter von Val Sangora vor einem noch schlimmeren Zusammenbruch halten. Dadurch ist er Teil der gesellschaftlichen Erzählung des Tals. Er ist kein Ungeheuer vor den Toren, sondern die Macht, der die Tore bereits gehören.
Deshalb lässt sich Brencis nicht allein über Kampfseiten wie Brencis, der Vampirherr von Val Sangora verstehen. Seine eigentliche Stärke liegt in der Verwaltung. Er nutzt Pest, Angst und Rangordnung, bis Ausbeutung unvermeidlich erscheint. Silberkreis ist die gepflegte Seite dieser Herrschaft. Laslea ist ein Dorf, das mit ihren Folgen leben muss.
Selbst Coens Ursprung wird durch Brencis’ Ehrgeiz geprägt. Skender Dragosti sollte Coen verwandeln, doch Brencis tötet Skender, bevor die Verwandlung abgeschlossen ist. Coens zerrissener Zustand ist damit auch eine Folge von Brencis’ politischer Machtübernahme. Das gibt ihrer Auseinandersetzung mehr Gewicht als ein rein persönlicher Rachefeldzug.
Warum er als Gegenfigur zu Coen funktioniert
Coen ist unfertig, instabil und zwischen Tag und Nacht gespalten. Brencis ist alt, beherrscht und hat auf derselben Trennung bereits ein Herrschaftssystem aufgebaut. Coen ringt mit zwei Daseinsformen. Brencis hat seinen Vampirismus zur Grundlage seiner Regierung gemacht.
Dieser Gegensatz reicht tiefer als ihr Altersunterschied. Brencis zeigt eine monströse Macht, die keine Entschuldigung mehr sucht. Darum hat das System der Verrufenheit neben seiner spielerischen auch eine erzählerische Bedeutung: Coens öffentlich sichtbare Monstrosität erhält in einem Tal, das schon von einem höflichen Monster regiert wird, eine politische Bedeutung.
Was die Veröffentlichung noch bestätigen muss
Brencis’ genaue Angriffe, alle Handlungszweige rund um ihn und die Frage, wie stark Nebeninhalte sein öffentliches Bild als „Retter“ erschüttern können, sind noch unbekannt. Schon jetzt ist er die am klarsten ausgearbeitete Gegenspielerfigur von Dawnwalker.